Global Visitor Solutions

Audioführung oder mehr? Wie digitale Inhalte im Museum eingesetzt werden

man  Audioführung: Digitale Medien im MuseumVON PHILIP THOMISCH
Was haben alle Museen, Ausstellungen und Führungen gemeinsam? Sie arbeiten mit Medien. Ob Audioführung, Videoplayer oder die Sprache selbst – mediale Vermittlung ist ein großes Arbeitsfeld für alle KuratorInnen.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf Medien im Museum.

Sieht man das Exponat selbst als Medium, lassen sich Medien hier unterteilen. Es gibt Medien, die zur Ausstellung gehören (bspw. Gemälde, historische Aufnahmen, Schriftstücke und viele mehr). Es gibt aber auch Medien, die vertiefend oder zusätzlich zum Museumsbesuch angeboten werden. In diesem Artikel möchten wir uns mit letzteren befassen. Denn über vertiefende Medienangebote muss jede Ausstellung, jedes Museum im Laufe der Zeit selbst entscheiden. Wir beginnen mit einem „Klassiker“ – dem Audioguide.

Audioführung: Die Führung im Ohr

Egal ob eine gerade konzipierte Ausstellung vorliegt oder ein Museum neue Anreize schaffen möchte – meist stellt man sich zwei Fragen:

  • Sollen zusätzliche Führungsmöglichkeiten angeboten werden?
  • Wie sollen die Inhalte für fremdsprachige Besucher zugänglich gemacht werden?

Hörführungen als zusätzliches Angebot

Wie sieht der ideale Musemsbesuch aus? Die Besucher werden am Eingang von einem Tour Guide empfangen. Der gelernte Gästeführer leitet die Interessierten sicher durch die Ausstellung. Er stellt Exponate vor, gibt kostbares Hintergundwissen, ist freundlich und wortgewandt. Von selbst leitet er seine Gruppe zu den „Highlights“. Der spannende Rundgang dauert deswegen nicht länger als eine Stunde.

Am Ende gibt es Applaus.

Leider aber können nur wenige Museen auf der Welt ihre Gäste durch ein Team professioneller Tour Guides beeindrucken. Doch was kann man stattdessen tun?

audioguide aufnahme

Möchte man einen hochwertigen Audioguide erstellen, so lohnt es sich, die Audioführung von ausgebildeten SprecherInnen einsprechen zu lassen.

Was sollte eine gute Audioführung bieten?

Oft wird an erster Stelle daran gedacht, einen eigenen Audioguide anzubieten. Und das aus gutem Grund: Eine gute Audioführung kann einiges leisten. Denken wir noch einmal an den Tour Guide! Die Führung hatte eine gute Länge, war informativ und gleichermaßen unterhaltsam. All das kann auch durch die professionelle Produktion einer Hörführung schaffen.

Es kommt dabei zum einen darauf an, nicht die gesamte Geschichte der Ausstellung oder des Museums zu erzählen.

Man sollte vorab die wichtigsten Stationen herausstellen. Die Beiträge pro Exponat sollten später nicht länger als zwei Minuten sein. Denn zu umschweifende Erklärungen senken die Aufmerksamkeitspanne der Museumsbesucher recht schnell. Sowohl die wichtigsten Informationen als auch Details, Anekdoten oder Kuriositäten gehören also in einen guten Audioguide. Keine leichte Aufgabe! Deswegen sollten Audiotexte entweder gemeinsam erstellt oder redaktionell überarbeitet werden.

Schlussendlich möchte man auch die geeignete Hardware finden und einsetzen. Speziell für Museen bedeutet dies, ein robustes Abspielgerät zu finden, das in den nächsten Jahren durch viele Hände geht.

Wir haben übrigens eine Checkliste mit vielen Erfahrungswerten zusammengestellt, die sich mit der Anschaffung von Audioguides befasst!

Zuliebe der Umwelt und der Museumskasse sind Audioguides mit wiederaufladbaren Akkus und einer eigenen Ladestation zu empfehlen. Diese Variante entlastet das Ausgabepersonal und spart im Vergleich zu batteriebetriebenen Geräten bares Geld. Weiterhin sollte man die Frage stellen, ob man eine Mitnahmesicherung benötigt. Diese kann gegen einen geringen Aufpreis erworben und oft auch vom eigenen Haustechniker installiert werden.

Audioguides in mehreren Sprachen

Für Besucher aus dem Ausland sind Audioguides von noch größerer Bedeutung.

Oftmals ist es nicht möglich und auch nicht sinnvoll beispielsweise Ausstellungstafeln in vielen Sprachen anzubringen. Diese Inhalte können aber digital durch Audioguides verfügbar sein. Natürlich gilt auch hier für die Audioführung: Sie sollte eine angemessene Länge haben, informativ und zugleich unterhaltsam sein. Bei der Produktion einer fremdsprachigen Führung gibt es ebenfalls einiges zu beachten.

Ist bereits eine Textversion (zum Beispiel in Deutsch) als Audioführung vorhanden, so reicht diese als Übersetzungsgrundlage aus. Bei der Sprecherauswahl ist dringend darauf zu achten, dass schlussendlich die Sprecherinnen und Sprecher Muttersprachler sind. Bedenken Sie, dass beispielsweise Besuchern aus Großbritannien schon viele Akzente innerhalb der eigenen Sprache auffallen. Dies gilt auch für die meisten anderen europäischen und nichteuropäischen Sprachen.

Ist die Audioführung produziert und vor Ort im Angebot, ergeben sich noch logistische Fragen. Die Aufgabe des Ausgabepersonals ist es, den Besuchern einen einsatzbereiten Audioguide in der richtigen Sprache auszuhändigen. Bei den meisten Geräten kann die Sprache durch die entsprechende Menütaste eingestellt werden. In großen Museen ist der Audioguide manchmal obligatorisch. So müssen zahlreiche Geräte in der richtigen Sprache ausgegeben werden, während verschiedene Reisegruppen im Empfangsbereich warten.

Die Lösung ist an dieser Stelle ein Sprachumsteller. Hier werden die Audioguides einfach über eine Ablage gezogen und die Sprache per Knopfdruck gewählt. Die Sprache der Audioführung kann schnell und für mehrere Geräte gleichzeitig umgestellt werden.

Bilder: Sagt ein Bild mehr als tausend Worte?

In den meisten Museumsarchiven schlummern ungeahnte Schätze! Historisches Bildmaterial wird vielfach aussortiert, sodass es nur wenige Materialien beispielsweise auf die Austellungstafeln schaffen.

Museums-Apps oder Media Guides bieten seit einiger Zeit ungeahnte Möglichkeiten. Mit ihnen kann man nahezu unbegrenzt Bildmaterial abspielen. Bildergalerien können genauso mit dem Audiobeitrag verknüpft werden wie Slideshows. Letztere ermöglichen die sekundengenaue Einblendung eines Bildes an einer bestimmten Stelle im Audiotext.

Bild in einer Museums-App

Für digitale Bildformate gibt es dank Museums-Apps nahezu unbegrenzte Präsenatationsmöglichkeiten.

Bilder in einer Museums-App: Das Format macht´s

Besucher nutzen Museums-Apps und Mediaguides für Führungen. Sie befinden sich beim Abspielen direkt an einer bestimmten Station. Natürlich sollten Museen an dieser Stelle nicht noch einmal mehrere Abbildungen des Exponats aus verschiedenen Perspektiven präsentieren. Interessanter sind Fotografien, Zeichnungen oder historische Materialien, die im Audioguide vorkommen und in Bezug zum Ausstellungsobjekt stehen.

Anders gesagt: Material, das man vor Ort nicht sehen kann, sollte im Media Guide verfügbar sein. So können Galerien beispielsweise Künstler oder Fotografen portraitieren. Museen hinterlegen oft historische Aufnahmen. Nicht zuletzt sollte man übrigens an digitale Bildformate denken.

Das Material für eine App muss zuvor digitalisiert werden. Man sollte jedoch auch nicht vergessen, die Bilder zu bearbeiten und zu optimieren, um maximale Wirkung zu erzeugen. Glücklicherweise benötigen die meisten Smartphones oder Tablets keine maximal aufgelösten Bildformate. Man sollte hier an die Displaygrößen denken. Das gewählte Bildmaterial wird zuvor verkleinert, um beispielsweise auch die Downloadzeit einer Museums-App zu minimieren.

Videos: Museale Inhalte in Bewegung halten

Bewegte Bilder faszinieren Museumsbesucher. Historische Ereignisse oder Begebenheiten können in aufbereiteten Videoaufnahmen besonders aussagekräftig dargestellt werden. Deshalb haben sich zwei Einsatzgebiete von Videos in Ausstellungen etabliert: Videoplayer und Videoguides.

Bewegtbild als Station der Ausstellung

Ein Videoplayer wird in der Regel als selbstständige Station installiert. Der Inhalt wird auf einem Bildschirm oder auf einer Leinwand dargestellt. Gestartet wird das Video auf Knopfdruck oder per Bewegnungssensor.

Viele Videoplayer laufen zu den Öffnungszeiten auch in einer Endlosschleife. Wird der Ton des Videos über Lautsprecher ausgegeben, so stellt sich oft die Frage: Wie kann die Videostation für Besucher in verschiedenen Sprachen umgesetzt werden? Die beste Lösung bietet an dieser Stelle der klassische Audioguide. Besser gesagt: Ein Audioguide mit Infrarot-Sensor (bspw. Orpheo MIKRO LX).

Die Tonspur des Videos wird in allen verfügbaren Sprachen als „normale“ Audiostation auf den Ausgabegeräten gespeichert. Durch das Anbringen einer Infrarot-Synchronisation vor Ort kann jeder Audioguide zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Sprache den Videoton abspielen. Eine solche Lösung ist besonders angenehm. Der Ton wird individuell abgespielt. Also nur auf dem jeweiligen Gerät des Besuchers und in dessen Sprache.

Video für Museums-App

Videos können in Museen als Stationen oder als vertiefende Inhalte eingesetzt werden.

Videoführung – die eigene App macht sie möglich

Eine andere interessante Einsatzmöglichkeit von Bewegtbildern im Museum ist eine Videoführung. Geeignete Abspielgeräte sind hier moderne Multimediaguides oder die Smartphones der Besucher. Medienguides arbeiten mit vorinstallierter Software. Für Smartphones publiziert man eine eigene Museums-App (bspw. auf Google Play und iTunes).

Anders als bei einer Audioführung kann man Videos als kombiniertes Format von Text und Bild integrieren. Eine Videoführung ist beispielsweise dann geeignet, wenn Teile des Museums oder bestimmte Inhalte nicht direkt zugänglich sind. Sie werden somit digital verfügbar. Ein gutes Beisoiel ist die App des Museums „Land und Leute“, das nicht an allen Wochentagen geöffnet ist.

Alternativ können auch einzelne Videos in einer Besucher-App zu den Stationen hinzugefügt werden. Vor allem historisches Filmmaterial kann somit eine Audioführung sinnvoll ergänzen. Hierbei gilt: Je mehr verschiedene Formate eingesetzt werden, desto spannender kann ein Multimediaguide sein.

Videos in einer Museums-App: Vertonung und Infrastruktur

Bei aller Euphorie und digitalen Möglichkeiten: Videoformate beinhalten immer größere Datenmengen als Audio- oder Bilddateien. Möchte man ein Video für Besucher in verschiedenen Sprachen verfügbar machen, so muss der Ton in auch in diesen Sprachen vorliegen. Dies gilt sowohl für Videoplayer mit einer Tonsynchronisation als auch für Medienguides.

Bei Museums-Apps, die die Besucher downloaden sollen, ist die Datenmenge besonders wichtig. Werden Videos eingesetzt, so sollten diese für Smartphones verkleinert werden. Kein Besucher braucht eine Datei im Kinoformat auf seinem eigenen Gerät.

Umfangreiche Videoführungen sind in der Regel aber kein Problem, wenn vor Ort freies WLAN angeboten wird. Eine gute Besucher-App erlaubt es, nur die Inhalte herunterzuladen, die der Nutzer auch wirklich braucht. Beispielsweise können die Nutzer einzelne Sprachen und Touren definieren, bevor sie die Medien letztendlich herunterladen.

Multimedia im Museum – eher Chance als Spielerei

smartphone

Ebenfalls ein potenzielles Abspielgerät für museale Inhalte: das Smartphone der Besucher.

Die Nachfrage an multimedialen Lösungen für Museen und Ausstellungen nimmt in den letzten Jahren stetig zu. Anfangs hielten sich kulturelle Einrichtungen in Sachen App-Erstellung zurück. Man vertraute auf einfache Audioguides. Heute ist die eigene App für große Häuser mittlerweile fester Bestandteil des Führungsangebotes:

„War noch vor 10 Jahren vor allem die Homepage der digitale Schauplatz der Museen, setzt sich allmählich das Bewusstsein für ganzheitliche digitale Strategien in vielen Häusern durch. Damit ist gemeint, dass unterschiedliche digitale Kanäle, Inhalte und Erzeugnisse nicht als Inseln nebeneinander existieren, sondern Strukturen geschaffen werden, um diese strategisch aufeinander abzustimmen.“ (Deutscher Museumsbund, 2016)¹

Vorab sei erwähnt, dass multimediale Angebote und Features oft dann angeboten werden, wenn Anbieter Multimediaguides oder eine eigene App anbieten. Im Virtual Reality-Bereich gibt es zudem spezialisierte Anbieter, die VR-Brillen auch für museale Inhalte anfertigen.

Mit Applikationen und Multimediaguides kann man (neben der Wiedergabe einer Audioführung und Videodateien) verschiedene Möglichkeiten schaffen.

Im Museum interaktiv navigieren

Interaktive Karten sind eine einfache Lösung, um Navigation zu ermöglichen. Aufbereitete Grundrisse oder Kartenmaterial werden hierbei mit POI (Points of Interest) versehen. Diese können angeklickt oder automatisch ausgelöst werden. Vor allem im Außenbereich bietet sich die Standortanzeige zur Navigation via GPS an. Ist der Führungsbereich weitläufig (beispielsweise eine Stadtführung), so sollte dieses Feature angeboten werden.

Interaktive Raumpläne bieten allerdings auch im Innenbereich einen Mehrwert. Zum einen wird schnell klar, wo sich Exponate befinden. Zum anderen plant der Besucher seinen Rundgang vor allem dann, wenn er einen guten Überblick hat. Museumsgäste entscheiden selbst, welche Route sie einschlagen. Die Stationen können sie somit in einer bestimmten Reihenfolge oder rein nach dem persönlichem Interesse anwählen.

Eine Besucher-App bietet auch die Möglichkeit, eigene Favoriten als Routen vor und während des Besuches zu speichern.

Die Museums-App für digitale Exponate nutzen

Sogut wie alle Ausstellungen und Museen nutzen Modelle. Seien es Nachbildungen von historischen Schauplätzen, Gebäuden oder Fahrzeugen – Modelle sind in ganz verschiedenen Ausstellungen unabdingbar. Naturkundemuseen bilden oft ganze Räume für die Besucher nach, um historische Eindrücke besser zu vermitteln. Die Digitalisierung musealer Inhalte bietet auch hier schon bewährte Erweiterungsmöglichkeiten.

So sind Mediaguides und Apps dazu in der Lage, 3D-Modelle von Gebäuden oder Erfindungen digital auszuspielen. Historische Zustände von Schlössern und Burgen können somit auf dem Display sichtbar gemacht werden. Dies bietet den Vorteil, dass gleich mehrere, verschiedene Aufnahmen (bspw. ein Baufortschritt) integriert werden können. Viele historische Nachbildungen (wie Fahrzeuge oder Kriegsgerät) sind zudem einfach zu groß, um sie in großer Zahl in der Ausstellung zu platzieren. 3D-Modelle machen wichtige Ansichten deshalb digital verfügbar.

360 Grad-Ansichten in Ausstellungen

Eine weitere sinnvolle Möglichkeit sind 360 Grad-Ansichten. Solche Aufnahmen bilden entweder Objekte oder ganze Räume ab. Handelt es sich um digitale Objektansichten, so können diese mit einer Wischbewegung auf dem Smartphonedisplay gedreht werden. Ein gutes Beispiel wäre eine drehbare Abbildung einer prähistorischen Speerspitze in einem Naturkundemuseum.

Eine andere Möglichkeit sind 360 Grad-Rundumsichten. In der Applikation der französischen Abtei Saint Chef (für Android und für iOS verfügbar) ist der Innenraum einer Kirche als Stationsansicht hinterlegt. Die Nutzer können, ähnlich wie bei einer interkativen Karte, bestimmte Stationen direkt anwählen. Die App setzt zudem auf verschiedene Virtual Reality Elemente, die im Folgenden beschrieben werden.

Vituelle Realität im Museum

Virtual Reality im Museum ist derzeit noch ein Sammelbegriff.

„Virtuelle Realität (VR) ist die Schaffung einer scheinbaren Welt in die der Betrachter eintauchen [und] sich in ihr bewegen [kann] […]“ (ITwissen.info, 2017).²

Für Museen eignet sich diese Technik, um die Besucher mit auf Zeitreise zu nehmen. Anbieter schaffen virtuelle Räume, deren Besuch einen klaren Mehrwert bietet. Ob ein mittelalterlicher Burghof, ein Wald voller Urzeitwesen oder ein historischer Bahnhof – es sind kaum Grenzen gesetzt. Die Umsetzung erfolgt durch das Kreieren eines virtuellen Modells samt statischer und bewegter Inhalte.

Meistens werden passende Umgebungsgeräusche zu der Station einer Museums-App hinzugefügt. Virtual Reality ist aufwändiger zu erstellen als ein klassischer Audioguide. Ist jedoch ein klarer Nutzen dieses Museums-App Features gegeben, so lohnt sich dessen Einsatz allemal.

Lesetext: Wird er zu oft vergessen?

Geschriebener Text ist in den meisten Ausstellungen auf Tafeln an den Exponaten zu finden. Moderne Medienguides bieten neben der Audioführung diverse multimediale Möglichkeiten. Der Lesetext wird aber oftmals ausgespart oder vergessen.

 

geöffnetes Buch mit Text

Oftmals in Medienguides vergessen: der geschriebene Lesetext.

Warum es sich lohnt, hochwertige Textinhalte bereitzustellen?

Gut geschriebene und informative Texte sind ebenfalls hochwertige Inhalte, die den Besuchern zugänglich gemacht werden sollten. Welche Jahreszahl wurde gleich nochmal im Audioguide genannt? Wie wird der Name des Künstlers eigentlich geschrieben? Kann man auch mitlesen, was die Sprecherin gerade erklärt?

Dies sind genau die Fragen, die Ihren Besuchern in der Ausstellung durch den Kopf gehen. Und es wird deutlich, dass geschriebener Text einen deutlichen Mehrwert haben kann. Lesetext kann in Besucher-Apps und auf Mulimediaguides eingepflegt werden. Man kann den Text der Audioführung in jeder Sprache oder aber eine gekürzte Zusammenfassung hinterlegen.

Ein weiterer Vorteil an ist an dieser Stelle, dass ein Führungsangebot somit auch Personen mit Beeinträchtigungen im Hören zugänglich ist. Selbst wenn der Audioguide nicht gehört werden kann, steht der geschriebene Text als Medium zur Verfügung.

Barrierefreie Inhalte

Zahlreiche Museen sind in den letzten Jahren barrierefrei(er) geworden. Der Zugang musealer Inhalte und Räume für Menschen mit Beeinträchtigungen beginnt oft früh. Nämlich bei der Konzeption einer Ausstellung selbst.

Ist ein Blindenleitsystem vorhanden? Sind Exponate auch erfühlbar? Ist eine Tour mit vermindertem oder gar ohne Hörvermögen möglich?

Diese Themen beschäftigen Kuratoren schon lange vor der Eröffnung einer Ausstellung. Beim Zusammenstellen eines medialen Angebots gibt es jedoch keine universelle Lösung für Barrierefreiheit. Vielmehr muss man verschiedene Personengruppen berücksichtigen. Diese haben wir hier kurz aufgelistet.

 

symbol_audiodeskriptionBeeinträchtigung des Sehens

Personen mit vermindertem Sehsinn können mit einer reinen Audioführung angesprochen werden. Der Text wird im Format einer Audiodeskription erstellt. Wichtige räumliche Hinweise gehören hierbei dazu. Für blinde Personen ist unter Umständen ein eigenes Leitsystem notwendig. Ein Audioguide kann aber auch mit einer Begleitperson erlebt werden. Beispielsweise gibt der Tierpark Hirschfeld einen Audioguide aus, der Inhalte für blinde Personen mit Begleitung enthält. Man sollte berücksichtigen, dass Smartphones oder Mediaguides für sehbeeinträchtigte Menschen schwerer zu erleben sind. Klassische Audioguides mit Braillemarkierung und physischen Tasten sind die beste Lösung.

symbol_gebärdenspracheBeeinträchigung des Hörens

Kann eine Audioführung nicht gehört werden, so benutzt man andere Formen der Sprache. Videos in Deutscher Gebärdensprache (DGS) oder Internationaler Zeichensprache (ISL) können museale Inhalte gut vermitteln. Hier gibt es zahlreiche spezialisierte Anbieter, die zertifizierten musealen Content erstellen. Als Abspielgeräte der Videos sind Multimediaguides oder die eigenen Smartphones bestens geeignet. Eine Museums-App bietet Personen mit Hörbeeinträchtigung problemlos eine eigene Tour zum Download an.

 

Sprachliche Beeinträchtigung

Eine Audiofühung kann man in einfacher Sprache oder zertifizierter Leichter Sprache produzieren. Produktionen in Leichter Sprache richten sich an Menschen mit Lernschwierigkeiten. Sie sind auch für Personen, die nur wenig Deutsch sprechen können, geeignet. Die Zertifizierung kommt bei dieser Variante durch diverse Regeln zu Stande. Diese können beispielsweise beim Netzwerk Leichte Sprache eingesehen werden.

Die Texterstellung sollte man bei musealen Inhalten erfahrenen Autoren für Leichte Sprache überlassen. Ein erstellter Text wird danach von Experten in Bezug auf seine Verständlichkeit geprüft.

Einfache Sprache richtet sich hingegen an Personen mit geringer Lesefähigkeit. Sie vermeidet unter anderem Fachsprache und Metaphern. Dies ermöglicht auch bei Hörproduktionen einen besseren Zugang zu den Inhalten. Auch einfache Sprache folgt bestimmten Regeln und kann deswegen inklusive Vermittlungsarbeit in Museen und Kultureinrichtungen leisten.

FazitFazit Museum Konzept

Museale Inhalte sind vielfälig – genau so wie digitale Vermittlungmöglichkeiten. Bei der Produktion musealer Inhalte sind inzwischen verschiedene Trends zu beobachten.

1.) Multimediale Angebote: Einerseits lassen sich durch multimediale Vermittlung neue Zielgruppen erschließen. Andererseits bereichert man auch klassiche Konzepte den Einsatz neuer Medien. Jede Kultureinrichtungen hat dabei andere Bedürfnisse. Für die einen sind mehrsprachig synchronisierte Filme und Videos wichtig. Für die anderen ist es das Teilen von Stationen in den sozialen Medien per Museums-App. Ermitteln Sie also immer den individuellen Bedarf Ihrer Einrichtung!

2.) Hochwertige Inhalte: Dies ist vielleicht der wichtigste Punkt. Digitale Inhalte für Führungen in Museen, Werken oder Städten müssen qualitativ hochwertig sein. Modernste Technik und spannende Features nutzen nichts, wenn die Inhalte mangelhaft bearbeitet sind. Oftmals liegt der Fokus auf technischen Lösungen oder der Software. Vergessen Sie daher nicht, um was es eigentlich geht: die Vermittlung hochwertiger Inhalte, die ausschließlich über Ihre Einrichtung verfügbar sind. Denn genau diese machen einen Besuch erlebenswert.

3.) Moderne Technik: Bestimmte neue Inhalte können via Mediaguide oder Smartphone-App vermittelt werden. Beispielsweise für Virtual oder Augemnted Reality im Museum sind diese Endgeräte nötig. Doch auch Einrichtungen, die lediglich eine Audioführung anbieten, sollten auf haltbare und umweltfreundliche Audioguides setzen.

4.) Barrierefreiheit: Die meisten Museen haben bereits barrierefreie Angebote und inklusive Lösungen. Der Bereich der Stadt- und Werksführungen könnte in den nächsten Jahren folgen. Wichtig ist hierbei, die im Artikel aufgeführten Zielgruppen wahrzunehmen.

 


Verweise in diesem Artikel:

Fußnote 1: Prof. Dr. Eckart Köhne (2016-07-21): Digitaler Wandel in Museen, Deutscher Museumsbund;
URL: https://www.museumsbund.de/digitaler-wandel-in-museen-ein-plaedoyer/ (Stand: 25.10.2018)

Fußnote 2: Wissens-Portal ITwissen.info, DATACOM Buchverlag GmbH (2017-10-10): Virtuelle Realität;
URL: https://www.itwissen.info/Virtuelle-Realitaet-virtual-reality-VR.html (Stand: 25.10.2018)

Link-Tipps:

„Digitaler Wandel in Museen“, Deutscher Museumsbund; https://www.museumsbund.de/digitaler-wandel-in-museen-ein-plaedoyer/

„App oder Audioguides – Was ist die beste Lösung im Museum?“, Orpheo Blog; https://orpheogroup.com/de/audioguides-oder-app/

 


Kontakt

Logo Orpheo Tel.: 03643 – 906 2660
E-Mail: info@orpheo-deutschland.com
Anfrage für allgemeine Informationen senden

Kostenfreies & unverbindliches Angebot